Kategorie-Archiv: Aktuell

Änderungen bei den Überwachungsberichten

Ab sofort werden wir eine neue Form des Berichtes verwenden, der nur zwei Seiten umfasst. Die erste Seite bleibt nahezu unverändert, danach folgt eine Seite, die auflistet, ob alle Anforderungen erfüllt werden und in welchen Punkten Handlungsbedarf aufgrund von Abweichungen besteht. Dabei werden wir alle Punkte mit der Farbkennung grün, gelb, rot, einfach erkennbar hervorheben.

Diese Seite zwei werden wir bereits am Ende des Überwachungsbesuches dem leitenden Mitarbeiter vor Ort zukommen lassen. Soweit technisch möglich werden wir sie vor Ort als e-mail versenden, hilfsweise auf einem Datenstick zur Verfügung stellen. Damit wird ohne Zeitverlust dokumentiert, ob und in welcher Frist Abweichungen behoben werden müssen oder ob der Bericht positiv ausfällt. Die Bewertung der Materialprüfungen erfolgt wie bisher auch auf der ersten Berichtsseite, die per Post zusammen mit Seite zwei und den Prüfzeugnissen versendet wird. Die bisherigen Langversionen der Überwachungsberichte werden wir vor Ort weiter als Checkliste für unsere interne Dokumentation verwenden.

Mitgliederversammlung 2015 – Rückblick

Die Mitgliederversammlung 2015 fand am Freitag, 23. Oktober 2015 in Soest statt.
Unter anderem wurde turnusgemäß die Wahl des Vorstandes durchgeführt. Der langjährige Vorsitzer J. Lehde stand auf eigenen Wunsch aus Altersgründen nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung, ebenso wie Herr D. Lusga.
Als neuer Vorstand wurde gewählt:

  • Herr M. Großkopff (Vorsitzer)
  • Herr Dr.  T. Böcke  (Stellvertreter)
  • Herr T. Stanecker (Beisitzer)
  • Herr J. Christoph (Beisitzer)
  • Herr T. Gilhaus (Beisitzer)

Im Anschluss wurde Herr Lehde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Nach der Mitgliederversammlung und dem gemeinsamen Mitagessen bestand die Gelegenheit zur Besichtigung der Wiesenkirche.

Leistungserklärungen auf Internetseiten

Information für Auftraggeber, Baustoffhandel, Planer, Behörden:

Bauproduktenverordnung (EU-BauPVO) [1]:
Leistungserklärungen und ihre elektronische Weitergabe bei Betonteilen

Viele Betonteile müssen gemäß der Bauproduktenverordnung ein CE-Zeichen tragen. Für diese Bauteile muss der Hersteller daher auch eine Leistungserklärung abgeben. Davon betroffen sind sämtliche Bauteile, deren Produktionsnormen einen Anhang ZA enthalten. Diese Normen sind in der Liste der harmonisierten Normen beim Deutschen Institut für Bautechnik aufgeführt [2].

Inhaltlich handelt es sich bei Leistungserklärungen um Dokumente, mit denen der Hersteller

  • den Verwendungszweck der Bauteile erklärt,
  • die Liste der wesentlichen Merkmale der Bauprodukte in Übereinstimmung mit den harmonisierten technischen Spezifikationen (Normen oder Zulassungen) weitergibt,
  • darin durch Stufen oder Klassen die Leistung angibt.

Die Leistungserklärungen dokumentieren nicht das Einhalten einer Produktnorm mit allen darin enthaltenen Anforderungen und Leistungen.
Änderungen der Leistungserklärungen durch die Hersteller werden immer dann notwendig, wenn

  • sich die technische Spezifikation (i.d.R. eine Norm) ändert,
  • andere Leistungen durch den Hersteller erklärt werden,
  • ein neuer Bevollmächtigter des Herstellers für die Abgabe und die Unterschrift der Leistungserklärungen eingesetzt worden ist.

In jedem Fall müssen die alten Leistungserklärungen auch weiterhin 10 Jahre auffindbar sein und den Abnehmern zur Verfügung stehen.

Die Weitergabe von Leistungserklärungen muss über die gesamte Lieferkette hinweg bis zum Endkunden als Empfänger sichergestellt werden [3]. Damit ist auch der in der Lieferkette beteiligte Handel in der Verantwortung und wird hierzu entsprechend in der EU-BauPVO verpflichtet.

Die Weitergabe der Leistungserklärungen als Papier oder als e-mail entlang der gesamten Lieferkette ist extrem aufwändig und fehleranfällig. Sie darf daher auch über die Einbeziehung von Internetseiten, d.h. auf elektronischem Weg, erfolgen. Die Voraussetzungen regelt die delegierte EU-Verordnung Nr. 157/2014, die am 21. Februar 2014 im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde [4].

Darin sind folgende Voraussetzungen genannt:

  • Ab Einstellung ins Internet darf der Inhalt der Leistungserklärung nicht mehr verändert werden.
  • Der Hersteller muss sicherstellen und überwachen, dass die Informationen dauerhaft und permanent zugänglich sind.
  • Der Zugang muss kostenfrei sein.
  • Informationen müssen mindestens 10 Jahre zur Verfügung stehen, das gilt auch für ältere Versionen der Leistungserklärungen.
  • Der Hersteller muss den Nutzer informieren, wie er die Informationen abrufen kann.

Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die Unveränderbarkeit der
Leistungserklärungen kaum nachweisen, wenn sie ausschließlich auf den eigenen Internetseiten des Herstellers zur Verfügung gestellt werden.

Mit www.certcheck.eu steht ein einfaches und klar strukturiertes, unabhängiges Informations- und Archivsystem zur Verfügung, das Leistungserklärungen sowie weitere Informationen wie z.B. Zertifikate und ggf. Umweltdeklarationen für die gesamte Lieferkette zur Verfügung stellt und die Anforderungen aus [4] erfüllt.

1 http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/BauenUndWohnen/Bauen/
eup_305_2011_eu-baupvo.pdf?__blob=publicationFile
2 https://www.dibt.de/de/Service/Dokumente-Listen-eu-harmonisierte-Normen.html
3 https://www.dibt.de/de/Fachbereiche/Referat_P3_FAQ_BauPVO.html
4 http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2014:052:FULL:DE:PDF


Infoblatt zum Download:



Betonteile ohne Leistungserklärung

Information für Auftraggeber, Baustoffhandel, Planer, Behörden:

Bauproduktenverordnung:
Nicht alle Betonteile brauchen eine Leistungserklärung

Viele Betonteile dürfen, auch nach der neuen Bauproduktenverordnung, kein CE-Zeichen tragen. Für diese Bauteile darf der Hersteller daher auch keine Leistungserklärung abgeben.

Davon betroffen sind sämtliche Bauteile, deren Produktionsnormen keinen Anhang ZA enthalten.

Im Einzelnen gilt dies z.B. für:

  • Trafostationen aus Beton/Stahlbeton (DIN 1045-4)
  • Balkone und Massivdecken (DIN 1045-4)
  • Schachtabdeckungen (DIN EN 124)
  • Formsteine für Verkabelung (DIN 457-3)
  • Wasserdurchlässige Betonpflastersteine (DIN 18507)
  • Zisternen und Behälter einschl. Abwasserbauwerke
  • Gleisschwellen und Weichenschwellen (DIN EN 13230-1 bis 5)
  • Straßenmöbel und Gartengestaltungselemente (DIN EN 13198), z.B.: Blockstufen, Palisaden, Hangbefestigungen, L-Steine bis 1 m, Müllschränke, Pflanzkübel, Friedhofsausstattung, Gartenmauern usw.

Eine Kennzeichnung dieser Produkte mit dem CE-Zeichen ist nicht möglich bzw. unzulässig, da hierfür keine europäischen harmonisierten Produktnormen existieren, (s.a. Verordnung (EG) Nr. 765/2008 des Europäischen Parlaments, Artikel 30 (2): “Die CE-Kennzeichnung gemäß Anhang II wird nur auf Produkten angebracht, für die spezifische Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft deren Anbringung vorschreiben, und wird auf keinem anderen Produkt angebracht“).


Infoblatt zum Download:



Gültigkeit der Zertifikate kontrollieren

Zertifikatscheck mit QR-Code


Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle
Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle


Der QR-Code befindet sich im unteren Teil der Zertifikate, diesen können Sie benutzen um die Gültigkeit zu überprüfen.



MustermannQR


Der QR-Code beinhaltet einen Link, welcher auf den Zertifikatscheck auf unseren Seiten verweist und die Gültigkeit der Zertifikate dort anzeigt. Um den QR-Code zu lesen, benötigen Sie ein Smartphone oder ein anderes Gerät welches QR-Codes einlesen kann. Im weiteren Verlauf wird die Benutzung der Google Goggles App erklärt.



Android


Googles gibt es für Android und iPhone. Diese App ist kostenlos.
Nach der Installation von Goggles können Sie diese starten.
Richten Sie die Kamera im Smartphone auf den QR-Code. Er sollte automatisch erkannt werden, ansonsten bedienen Sie den Auslöser.



goggles


Google Goggles benötigt wenige Sekunden um den Code zu entziffern und zeigt dann einen Link an, den Sie öffnen können.



ZertHandy


Der Link führt Sie zu dem Zertifikatscheck auf dem Interportal des Güteschutz Beton NRW. Die Daten des geprüften Zertifikates werden dort angezeigt.


Symposium 2014 zur Bauproduktenverordnung –BauPVO

Unser Rückblick

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung aus der Sicht unseres Mitarbeiters Stefan Zwolinski:

Das Symposium am 13. November 2014 in Berlin stand nahezu vollständig unter dem Zeichen des im Oktober ergangenen Urteils des Europäischen Gerichtshofes EUGH gegen die Bundesrepublik wegen der zusätzlichen Produktanforderungen aus den Bauregellisten.

Inhaltlich wird in dem Urteil die Zulässigkeit von Produktanforderungen, die für die Verwendung von Bauprodukten in Deutschland durch die Bauregellisten des DIBt festgelegt sind, angegriffen. Damit einhergehend u.a. auch die Notwendigkeit, das Übereinstimmungszeichen als Erfüllungszeichen für diese Anforderungen zu verwenden.

Breiten Raum nahmen die Kommentare und Einschätzungen dieses Urteils durch die Teilnehmer der Podiumsdiskussionen ein. Wiederholt wurden folgende Punkte herausgestellt:

  • das Urteil wurde auf der Basis der alten Bauproduktenrichtlinie, die im Juni 2013 abgelöst wurde, gefällt wurde und überhaupt erst vier Monate vor der Einführung der aktuellen gültigen Bauproduktenverordnung noch durch die Kommission eingereicht wurde. Die Auswirkungen auf seine Rechtskraft bezogen auf die BauPVO ist nicht eindeutig gegeben und wird bislang vorauseilend vermutet.
  • das Urteil bezieht sich nicht auf alle Bauprodukte, sondern ausdrücklich auf drei spezielle Fälle von Bauprodukten: thermoplastische Elastomer- Seite 2 Rohrleistungsdichtungen, Dämmstoffe aus Mineralwolle und Tore, Fenster, Außentüren. Dennoch wird eine Signalwirkung interpretiert, die sich auf sämtliche Inhalte der Bauregellisten und damit alle darin enthaltenen Bauprodukte zukünftig beziehen wird.

Im Kern geht es dabei um nicht weniger als um die zukünftigen Nachweise darüber, welche Bauprodukte in Deutschland in Bauwerken verwendet werden dürfen, und woran dieses zu erkennen sein wird.

Daher ist das Thema von zentraler Bedeutung für die Bauwirtschaft, genauso wie für die Immobilienwirtschaft wie Herr Gehry als ein Vertreter dieser Gruppe ausdrücklich darlegte.

Einhellig wurde bekräftigt, dass die Zusatzanforderungen der Bauregellisten durch das Urteil nicht mit sofortiger Wirkung wegfallen, sondern bis auf weiteres bestehen bleiben.

Angesichts der gesamten Tragweite des Urteiles fielen die angebotenen Lösungsvorschläge der Referenten mehr als dürftig aus. Sie beinhalteten vorrangig die Möglichkeit, dass die Hersteller alleine und freiwillig die Verwendbarkeitsanforderungen vollständig nachweisen. Ferner die Absicht, die EUNormen bei den kommenden Überarbeitungen so zu gestalten, dass nationale Zusatzanforderungen für die Verwendbarkeit bereits enthalten sind. Ebenso müsse die in 2016 anstehende Revision der BauPVO grundlegende Verbesserungen enthalten.

Insgesamt zeigte sich wieder einmal, dass Europa und die Kommission lediglich den freien Markt und Warenverkehr ins Visier der Interessen nimmt und die einzelnen Mitgliedsstaaten durch Urteile wie diese bei der Umsetzung von Sicherheit und Qualität im Interesse von Leben, Gesundheit und Umwelt ganz bewusst alleine stehen lässt.

Weitere Themen des Symposiums beschäftigten sich mit der Ressourceneffizienz im Bauwesen und u.a. der Umweltdeklaration, beides Themen, die in neuen Normengenerationen verankert werden.

Sämtliche Vortragsfolien sowie Videoaufzeichnungen des Symposiums können abgerufen werden unter: http://www.valentum-kommunikation.de/bmub/

Bericht zum Download: