Qualitätspolitik 2026
Die Gründung des Güteschutz Beton erfolgte im Jahr 1950 auf Betreiben der Industrie, damit die Überwachung und Zertifizierung von Betonteilen privatwirtschaftlich, unabhängig und neutral organisiert wird und frei bleibt von bürokratisch belastetem, staatlichen Handeln. Diesen Anspruch gilt es nach wie vor zu erfüllen.
Auch im 76. Jahr der Vereinsgeschichte werden die Aufgaben des Güteschutz Beton unverändert darin liegen, verlässliche Informationen über die Qualität von Betonteilen zu erzeugen, die Verwendern, Bauherren, Baubehörden und ebenso den Herstellern gleichermaßen dienen und ein sicheres, dauerhaftes und hochwertiges Bauen mit Betonteilen ermöglichen.
Das Deutsche Baurecht ist in den vergangenen Jahren mit beachtlichem Erfolg stark in Bürokratie und Unübersichtlichkeit versunken. Dieser Tiefpunkt wird mit Sicherheit nie mehr verlassen werden. Die Aussagen der Politik hierzu passen schon lange nicht mehr mit der Realität überein.
Die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten beinhalten für uns das enorme Potential, die Funktion eines Wegweisers in dem Dickicht der Regelungen für institutionelle Baubeteiligte wahrzunehmen, die Verknüpfungspunkte zu Betonteilen als Bauprodukte zu identifizieren, und dabei die nationalen Besonderheiten zielsicher bei der Vergabe von Leistungen, der Produktion von Betonteilen und bei deren Verwendung zu beachten. Hierzu wollen wir mit unserer Arbeit beitragen.
Die privatrechtlichen Anforderungen an ökologische Produktnachweise werden sich so stark etablieren, dass bereits jetzt erkennbar ist, dass die EU-BauPVO zu den Zeitpunkten, in denen jeweils einzelne Bereiche ihren Gesetzescharakter entfalten, niemand von diesen dann gesetzlichen Regelungen profitiert lässt, weil sie bereits freiwillig umgesetzt worden sind.
Dennoch werden wir uns in allen ökologischen Zukunftsthemen in Erfüllung unseres satzungsgemäßen Vereinszweckes engagieren und Expertenwissen aufbauen und kommunizieren. Daher werden wir anstreben, das Aufgabenfeld der Verifizierung von Aussagen über die ökologische Leistungsbeständigkeit gemäß neuer Bauproduktenverordnung wahrzunehmen, und hierfür die erforderlichen Akkreditierungen und Notifizierungen für das sogenannte Verfahren „3+“ zu erhalten.
In den vergangenen Jahren haben wir an dieser Stelle sehr häufig harsche Kritik an der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAKKS) geübt und waren damit weitgehend alleine in der öffentlichen Kommunikation.
Nunmehr reiben wir uns verwundert die Augen darüber, dass in Printmedien und sozialen Medien diejenigen Organisationen und Personen negativ über die DAKKS zu sprechen, die sich nie getraut haben, auch nur eine harmlose Kritik eigenständig zu veröffentlichen. Wir distanzieren uns von diesem negativen Mitläufertum auf das schärfste.
Ja-Sager, die plötzlich Nein-Sager werden, wenn die Masse mitzieht, sind Opportunisten á lá bonheure und befinden sich mitten im Mainstream, also dort, wo wir nicht sind.
Die Kostenstruktur der DAKKS ist hoch, und wem sie zu hoch ist, der möge seine Tätigkeit einstellen und bitte nicht darüber jammern, dass Brot, Milch, Sprit und DAKKS teurer werden. Hinter jeder Dienstleistung muss eine auskömmliche Bezahlung stehen, so ist es bei der DAKKS, und so ist es bei uns.
Unsere Erfahrungen mit der DAKKS waren im vergangenen Jahr geprägt von Partnerschaftlichkeit, gegenseitiger Akzeptanz und respektvoller Auseinandersetzung. Wir sprechen daher ein Lob aus und trauen uns, wie bei Kritik auch, öffentlich darüber zu sprechen.
Wir werden auch weiterhin bei unserer Tätigkeit den gesetzlich vorgegebenen Rahmen für unsere Überwachung und Zertifizierung einhalten, und gleichzeitig formale Forderungen, deren Fundament nicht darin verankert ist, abwehren und gegen die Eigenständigkeit der Verdichtung formaler und bürokratischer Forderungen durch übergeordnete Organisationen und Institutionen vorgehen.
Unsere Position soll für die Fertigteilindustrie, Kunden, Auftraggeber, Fachöffentlichkeit und interessierte Kreise daran zu erkennen sein, dass wir offene Information auf technisch hohem Niveau pflegen. Dafür betreiben wir sechs separate, eigenen Internetplattformen, auf denen wir unterschiedliche Informationen veröffentlichen, Beleg hierfür ist die Veröffentlichung unserer Qualitätspolitik.
Unser Anspruch ist die Fortsetzung des historischen Auftrags seit den Anfängen des Güteschutz im Jahr 1950, in dessen Mittelpunkt immer eine Kultur der offenen Kommunikation mit den Auftraggebern und den Verwendern von Betonteilen gestanden hat.
Indem wir besser sind, können Hersteller dokumentieren, dass sie besser sind und ihren Kunden Vorteile bieten. Besser bedeutet nicht billiger, und so werden wir uns an keinen Preisunterbietungen bei der Fremdüberwachung und Zertifizierung beteiligen.
Wir lehnen es ab, Einnahmen durch Materialprüfungen zu erzielen. Wir veranlassen ausschließlich Materialprüfungen, die erforderlich sind, und die in dafür von uns zugelassenen externen Prüfstellen erfolgen.
Unabhängigkeit und Neutralität sind hohe und verlässliche Güter, die ihren Preis wert sind, ebenso wie Kompetenz, Außendarstellung, Entwicklung und Technologie.
Aktiver und passiver Einflussnahme von Konzernen erteilen wir eine Absage und haben Schutzmaßnahmen dagegen implementiert.
1 Stabilität und Unabhängigkeit
Güteschutz Beton ist seit 76 Jahren ein eingetragener Verein.
Als Verein hat der Güteschutz Beton keine Inhaber, Gesellschafter oder Anteilseigner.
Er kann nicht verkauft werden und verfügt damit über eine Struktur, die eine größtmögliche Stabilität vor äußeren Interesseneinflüssen bietet. Seine Unabhängigkeit kann von niemandem aus kommerziellen oder politischen Gründen beeinflusst werden. Grundlage dafür ist die Vereinssatzung, deren Fundamente aus der Gründungsversammlung im Jahr 1950 stammen, und die den jeweiligen baurechtlichen Anforderungen angepasst wurde.
Die Stabilität und die Unabhängigkeit des Güteschutz wird jährlich durch einen Wirtschaftsprüfer sowie einen Fachausschuss zur Sicherung der Unparteilichkeit (FaSU) überprüft. Seit 2019 weisen wir freiwillig die Unabhängigkeit von Konzernen alle zwei Jahre nach, die aktuelle Bestätigung ist aus 2024:
https://gueteschutz-beton.de/unabhaengigkeit-von-konzernen-2/
Gegenüber Herstellern von Bauprodukten, Anwendern, Kunden sowie Planern und Baubehörden ist der Güteschutz Beton unabhängig und neutral.
Damit auf den Güteschutz Beton und seine erteilten Zertifikate auch in Zukunft für Alle an der Verwendung und der Herstellung von Betonerzeugnissen und Bauprodukten Beteiligten Verlass ist, wird die Rechtsform des eingetragenen Vereines fortwährenden Bestand haben.
Diese Rechtsform nimmt sämtliche Zertifizierungstätigkeiten eigenständig wahr.
Über die finanzielle Ausstattung sowie die Kostenstruktur entscheidet die Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstands als Kontrollgremium außerhalb der baurechtlichen Weisungsbefugnis.
2 Aufgabenbereich:
Güteschutz Beton ist auf die Überwachung und Zertifizierung von Bauprodukten spezialisiert. Den Schwerpunkt bilden dabei Betonfertigteile, Betonwaren und Gesteinskörnungen. Der Aufgabenbereich ist durch den satzungsgemäßen Vereinszweck festgelegt.
Zur Durchführung seiner Aufgaben verfügt der Güteschutz Beton über nationale und europäische Anerkennungen durch das Deutsche Institut für Bautechnik, Berlin (DIBt), sowie eine Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAKKS).
Änderungen des Baurechtes sowie die Herausgabe von neuen technischen Regeln können Erweiterungen der Anerkennungen des Güteschutz Beton erforderlich werden lassen.
Die Aufgaben des Güteschutz werden verfolgt ohne eine Bevorzugung von Produktbereichen oder Herstellern/ Mitgliedern.
Durch regelmäßige Rundschreiben werden die Hersteller über Änderungen in Normen und technischen Regeln, die für ihre Produktion und für unsere Zertifizierung zu beachten sind, informiert. Auch über Änderungen in unserer Arbeitsweise und über unsere technischen Weiterentwicklungen informieren wir über unsere Internetseiten.
Die Liste der zertifizierten Hersteller, die seit 76 Jahren Erkennungsmerkmal des Güteschutz Beton ist, wird fortwährend weitergeführt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sie beinhaltet die Übersicht über die Hersteller und die Produktgruppen, in denen Zertifikate erteilt worden sind. Ergänzt werden die zugänglichen Informationen durch ein online-Archiv www.certchain.eu über den Zertifikatstyp, der die Rolle von Betonteilen in der zirkulären Wertschöpfung bestätigt.
3 Qualität der Tätigkeit, Akkreditierung und DAKKS
Unsere Arbeitsweise ist von Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit geprägt. Die Grundlage dafür ist unser sehr gut qualifiziertes Personal, das sich mit seinen Aufgaben identifiziert und uns vor häufigen Wechseln bei unseren Mitarbeitern bewahrt. Unsere offene und partnerschaftliche Teamkultur ist der Schlüssel dieses Erfolgs.
Unser Qualitätsmerkmal besteht darin, regelmäßig Innovationen zu entwickeln und einzuführen, um unseren zertifizierten Herstellern und deren Kunden Zertifizierungsinformationen bestens aufbereitet zur Verfügung zu stellen.
Akkreditierung ist als Voraussetzung für notifizierte Stellen etabliert und stellt daher keine Mehrwert oder Nutzen dar. Sie ist ein Mindestniveau der Nachweisführung für Zertifizierungsstellen. Als Instrument, um gegenüber der Fachöffentlichkeit Verlässlichkeit und Handlungsstärke nachzuweisen, ist die Akkreditierung nicht geeignet.
Eine positive Rückmeldung aus den interessierten Kreisen hierüber können wir seit 2012 nicht verzeichnen. Eine freiwillige Akkreditierung betreiben wir in einigen wenigen verbliebenen Produktbereichen aus Gründen der Gleichheit zwischen aktiven Marktbegleitern, die ebenso verfahren.
Unser Qualitätssystem nutzen wir, um
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- es der DAKKS zu zeigen und so anzupassen, dass es ihr wieder ein Jahr lang gefällt
- Rückverfolgbare Transparenz und Unparteilichkeit in unseren Abläufen sichtbar zu machen
Für die Unterstützung bei Entwicklungsprozessen, der Modernisierung von Abläufen und für die Stärkung der Bedeutung unserer Zertifikate erweist sich der formale Rahmen als nicht geeignet.
Wir verwenden unser Qualitätssystem, um kontinuierlich fortschrittliche Arbeitsweisen einzuführen, die Innovationen berücksichtigen.
4 Umsetzung der Qualität
Die Umsetzung der Aufgaben kann in der angestrebten, hohen und fehlerfreien Qualität nur mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern erfolgen.
Unser eigenes Personal für die Überwachung besteht aus Bauingenieuren mit erweiterter betontechnologischer Qualifikation (E-Schein). Ebenso kommen uns gut und lange vertraute, externe Mitarbeiter zu Einsatz, die bei tragenden Stahlbetonfertigteilen ebenfalls über diese Voraussetzungen verfügen müssen.
Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen sind für uns selbstverständlich.
Die für unsere Arbeit erforderlichen Mittel werden zur Verfügung gestellt und regelmäßig im Hinblick auf ihre Eignung und Funktion in Frage gestellt und erneuert. Auch ein optimales Arbeitsumfeld trägt dazu bei, eine hochwertige Zertifizierungsarbeit zu leisten.
In der eigenständigen Weiterentwicklung von EDV-Hilfsmitteln wie Datenbanken und Überwachungsberichten sehen wir die besten Chancen, um unsere Arbeit sicher und erfolgreich zu betreiben.
Qualität bedeutet für uns hohe Präsenz in unserer Industrie durch Überwachungsbesuche. Die öffentliche Wahrnehmung unserer Zertifizierungsergebnisse gehört ebenfalls dazu.
Die größte Herausforderung bei der Umsetzung der Qualität unserer Arbeit sind die laufenden Änderungen des nationalen und europäischen Baurechtes, die wir dank unseres QM-Systems jederzeit gut umsetzen können. Leider werden durch die regelmäßigen DAKKS-Audits personellen Ressourcen für die Aufrechterhaltung der Akkreditierung gebundenen, und die vermeintlichen Vorteile sowohl intern als auch extern wiegen den Aufwand nicht auf.
Mit der Strategie des mündigen und kritischen Bürgers sehen wir die Notwendigkeit und hinterfragen überraschend aufkommende Anforderungen seitens der DAKKS entsprechend. Insgesamt betrachten wir die Zusammenarbeit mit der DAKKS als partnerschaftlich und sehen sie anhand unserer Erfahrungen aus 2025 als zugewandt und serviceorientiert an.
Jedoch ist Qualität durch Abhängigkeit immer gefährdet, daher haben wir unsere Abhängigkeit gegenüber der DAKKS in unserer Analyse der verbundenen Stellen auch als kritisch bewertet. Weil davon alle notifizierten Stellen betroffen sind, handelt es sich jedoch um eine kollektive Abhängigkeit.
5 Öffentliche Wahrnehmung
Es ist seit 75 Jahren unser Auftrag, für unser Gütezeichen und damit für die Qualität von Betonteilen zu werben. Hierfür wurden von Beginn an Listen der zertifizierten Hersteller, damals genannt Liste der Gütezeicheninhaber, der Öffentlichkeit für die Auswahl ihrer Lieferanten zur Verfügung gestellt. Diesem Auftrag sind wir auch heute verpflichtet.
In frei zugänglichen, elektronisch verfügbaren online-Informationen für alle am Bau Beteiligten und Interessierten sehen wir die einzige Möglichkeit, für die Qualität des Güteschutz Beton und der durch uns zertifizierten Betriebe zu werben.
Aus diesem Grund betreiben wir aktuell sechs unterschiedliche Internetseiten:
www.gueteschutz-beton.de
www.certcheck.de
www.certpoint.de
www.certfix.de
www.zero-slump.de
www.certchain.de
Jede für sich bedient einen speziellen Informationszweck. Das angestrebte Vertrauen in die von uns erteilten Zertifikate werden wir auch weiterhin durch eine offene Kommunikation unserer Arbeitsweise stärken. Ein spezielles Informationsangebot („Infoblatt für Auftraggeber“) richtet sich an Auftraggeber, Planer und Bauherren und soll in verständlicher Form über fachliche Fragestellungen informieren:
https://gueteschutz-beton.de/informationen-fuer-auftraggeber/
Wichtige Dokumente, wie z.B. das Verzeichnis Betonteile geben wir gemeinsam mit dem Güteschutz Rheinland-Pfalz und dem Güteschutz Hessenbeton heraus. Alle gemeinsamen Dokumente sind am Layout erkennbar.
Öffentliche Kommunikation stärkt und bildet Vertrauen. Daher gibt es keinen separaten Mitgliederbereich.
6 Engagement
Durch Werbeanzeigen in kleineren Zeitschriften von Düsseldorf unterstützen wir lokales Engagement. Unsere Mitarbeiter sind in der Fortbildung als Referenten und Dozenten für verschiedene Organisationen unterstützend aktiv, z.B. dem AWZ Kreuztal, der TH Köln, der Bergischen Universität Wuppertal und der GFW Bau, Dortmund. Interessierten Menschen bieten wir gerne die Gelegenheit für Praktika und das Sammeln von Erfahrungen vor dem Einstieg oder für einen Wiedereinstieg in das Berufsleben.
7 Gleichbehandlung
Es ist im Selbstverständnis des Güteschutz enthalten, dass weder natürliche noch juristische Personen aufgrund von politischen, territorialen, emotionalen, subjektiven oder anderen Beweggründen durch den Güteschutz Beton diskriminierend behandelt werden. Dieses Selbstverständnis setzen wir ebenfalls bei unseren Kunden sowie unseren Lieferanten voraus und behalten und restriktive Maßnahmen bei Verstößen vor.
Ergänzend weisen wir darauf hin, dass unsere Überwachungs- und Zertifizierungstätigkeit auch von Unternehmen in Anspruch genommen werden kann, die nicht Mitglied des Güteschutz Beton sind oder werden möchten.
8 Beschwerden, Kritik, Vorschläge
Wir ermuntern alle interessierten Kreise ausdrücklich, sich mit Beschwerden, Kritik und Vorschlägen direkt an unser unabhängiges Kontrollgremium zu wenden:
Unser Fachausschuss zur Sicherung der Unabhängigkeit ist unter folgender Emailadresse zu erreichen: fasu@gueteschutz-beton.de
Alle dort eingehenden Mitteilungen werden dem Gremium zeitnah zur Prüfung zur Verfügung gestellt.
Düsseldorf, 25. Januar 2026
Dr.-Ing. Stefan Zwolinski
Geschäftsführer
Leiter der Zertifizierungsstelle

